Office 365 Teams

Teams ist, wie bereits erwähnt, nicht einfach nur ein Kommunikationstool als Nachfolger von Skype for Business („S4B“). Es kann das, was S4B auch kann (wenn auch teilweise noch nicht im genau gleichen Umfang), aber es kann auch deutlich mehr.

Man kann in Teams einen „Gruppenraum“ anlegen, in den verschiedene Benutzer eingeladen werden. Solch ein Raum bzw. die Gruppe der Benutzer, die ihn benutzen, wird ein Team genannt. In einem Team kann man eine Chat-Plattform nutzen, kann einen gemeinsamen Kalender, und ein gemeinsames E-Mail-Postfach benutzen (beides automatisch von Exchange bereitgestellt). Man kann eine Dateiablage einrichten, in der Dokumente für das Team gespeichert und verwaltet werden – gespeichert wird das dann in einer SharePoint-Website, die automatisch für das Team eingerichtet wird. Man kann ein Wiki, einen allgemeinen Infoblock oder andere Funktionen einrichten, die größtenteils von SharePoint bereitgestellt werden, z. B. auch eine Formularsammlung („Forms“) oder eine Reihe von gemeinsam bearbeiteten Aufgaben („Planner“).

Teams verbindet also die unterschiedlichen Dienste und Funktionen von Office in einer Oberfläche und ist insofern die bereits erwähnte „UCC“-Plattform.

Zusätzlich können aber auch externe Dienste für Teams bereitgestellt werden, z. B. Projekte aus Jira, Datenbestände aus der Adobe-Cloud, Codesammlungen aus Bitbucket und vieles mehr. Microsoft stellt Duzende sog. „Konnektoren“ für externe Dienste bereit, die – je nachdem, welche davon der Administrator freigegeben hat – in den Raum eines Teams integriert werden können.

Mitbestimmung bei Teams

Gerate zu Teams sollte man sich sehr genau überlegen, ob hier besondere Mitbestimmungsrechte wahrgenommen werden sollten. Natürlich ist es eine technische Einrichtung im Sinne des § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Darüber hinaus sind aber möglicherweise weitere Mitbestimmungsrechte relevant, z. B. nach § 94 Abs. 1 oder insbesondere auch nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG.

Angenommen, ein Anwender ist Mitglied mehrerer Projekt- und Arbeitsgruppen, für die jeweils ein Team in Teams eingerichtet ist. Dann ist er Mitglied der unterschiedlichen „Teams-Teams“. Der eine Projektleiter bevorzugt es, per Teams-Chat zu kommunizieren, der andere legt Neuigkeiten im Notizbuch seines Teams ab, der dritte verwendet den teameigenen Mail-Account, um darin Informationen bereitzustellen. Außerdem verschickt ein Leiter einer Arbeitsgruppe Informationen an das persönliche Postfach seiner Mitarbeiter, ein anderer bevorzugt Kaizala. Der Effekt ist, dass der Anwender sechs, sieben oder mehr „Eingangskanäle“ für die Kommunikation beachten muss und kaum zum Arbeiten kommt. So etwas wird heutzutage als „digitaler Stress“ bezeichnet. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT hat in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen ein Projekt „Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien“ durchgeführt, bei dem Unterbrechung und Überflutung als zwei wesentliche Belastungsfaktoren festgestellt wurden.

Als am häufigsten auftretender Belastungsfaktor wurde in der Studie übrigens die Leistungsüberwachung festgestellt – ein Grund mehr, warum ein Betriebsrat sich dafür engagieren sollte, Verhaltens- oder Leistungskontrollen auf ein Minimum zu reduzieren.

Das ist auch bei Teams durchaus ein relevantes Thema: Wenn man sich mit Kollegen im direkten Gespräch unterhält, hat das eine andere Qualität, als wenn man auf einer Plattform wie Teams Informationen austauscht und bereitstellt, die von einer Vielzahl von Personen eingesehen werden können. Für den einzelnen Betroffenen kann der Effekt eintreten, dass eine gewisse Befangenheit entsteht. Das ist nicht nur eine potentielle Beeinträchtigung von Persönlichkeitsrechten, sondern das kann auch Stress auslösen, und Stress ist nicht gesund.

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